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Kindertag auf dem Bauernhof

Wunderbar in der freien Natur gelegen, schattige Bäume und viele, viele Tiere einschließlich eines verspielten und streichelwilligen Hofhunds. Welcher Bauernhof könnte noch geeigneter sein als der Betrieb der Familie Sporer, um Kindern und Schülern einen ersten Kontakt mit der Landwirtschaft zu vermitteln? Zum „Kindertag auf Bauernhöfen“ des Dillinger BBV-Kreisverbands waren 25 Mädchen und Buben aus dem Kindergarten St. Georg in Lauingen zu dem Aussiedlerhof gewandert. Dort ließen sie sich von den Junior-Betriebsleitern der GbR, Birgit und Michael Alois Sporer, erklären, wo ihr Mittagessen „wächst“ und wie gesunde, hochwertige Lebensmittel in ihrer Heimat erzeugt werden.

Schon seit 1986 sind alljährlich Schüler und Kindergartenkinder auf dem Betrieb zu Gast, erklärt Seniorchefin Angela Sporer. Als der Bauernverband die „Kindertage“ ins Leben rief, hätten sie und ihr Mann Michael keinen Augenblick gezögert: „Selbstverständlich sind wir hier mit dabei.“ Schießlich sollte jedes Kind und jeder Jugendliche wenigstens einmal in seinem Leben ein Kalb und eine Kuh gesehen und gestreichelt haben. „Wir tun unser Mögliches, um Kindern einen Einblick in die moderne Landwirtschaft zu geben“, sagt die Bäuerin. An diesem Tag gibt es sogar eine Premiere: Erstmals richten Sohn Michael Alois und seine Frau Birgit den Kindertag in Alleinregie aus.

Kreisbäuerin Annett Jung begrüßte die kleinen Gäste mit dem Hinweis, dass der „Kindertag auf Bauernhöfen“ bayernweit heuer schon zum zwölften Mal stattfindet. Allein im Landkreis Dillingen nutzten dabei mehr als 1200 Kindergartenkinder die Gelegenheit, sich mit der bäuerlichen Urproduktion vertraut zu machen. Jung lud die Mädchen und Buben ein, sich alles ganzgenau anzusehen und ruhig auch die Kälbchen zu streicheln. „Die Landwirtschaft ist ganz wichtig“, erklärte ihnen die Kreisbäuerin. „Sie sorgt dafür, dass ihr jeden Tag etwas zu essen habt, damit ihr groß und stark werdet.“ Für die Pausen im Kindergarten und später in der Schule hatte Jung den Kindern die bekannten Brotzeitdosen des Bauernverbands mitgebracht.

BBV-Kreisgeschäftsführer Eugen Bayer machte darauf aufmerksam, dass derzeit kaum eine Berufsgruppe so sehr im Blickpunkt der Gesellschaft stehe wie die Bäuerinnen und Bauern. Gleichwohl hätten großeTeile der Bevölkerung den Bezug zur Landwirtschaft verloren. Umso dankbarer sei der BBV den Betrieben, die sich für große und kleine Besucher öffnen. „Es ist wichtig, dass wir dabei auch die Kindergärten mit im Boot haben.“
„Am Ende des Kindertags könnt ihr alle nachhause gehen und sagen: Mama, ich weiß jetzt, dass die Milch nicht aus dem Tetrapack, sondern von den Kühen kommt“, rief Lauingens Bürgermeisterin Katja Müller den Kindern zu. Ihr selbst wäre es eine große Freude, wenn die Mädchen und Buben auf dem Betrieb Sporer viel erleben und davon ihren Eltern und Geschwistern erzählen. Und zu erleben gab es auf dem Milchviehbetrieb tatsächlich jede Menge. Da waren zum einen die 75 Kühe im luftigen Laufstall, zum anderen warteten zahlreiche Kälber auf Streicheleinheiten und die 30 Mastbullen wollten ebenfalls besichtigt werden.

Gemeinsam mit Birgit Sporer brachten die Kinder das Milchtaxi zu den Kälbern, um sie zu tränken. Am Weizenfeld vor dem Stall hatte die Junior-Betriebsleiterin einen Tisch mit Pflanzen und Körnern hergerichtet, um zu zeigen, was eine Kuh so alles frisst und wo das Futter wächst. Natürlich erklärte sie auch, warum eine Kuh überhaupt Milch gibt und was sich aus ihr vom Joghurt über Butter bis zum Käse alles herstellen lässt. Auf dem Futtertisch lag eine Milchkuhration mit Gras- und Maissilage, Getreide-, Raps- und Sojaschrot, Grascobs und Zuckerrübenschnitzeln bereit. Während die Kinder die Kühe mit Heu und Schrot fütterten, erfuhren sie, dass eine Kuh täglich bis zu 90 Liter Wasser trinkt. Schließlich durften die Kleinen auch noch auf einen Schlepper steigen, was besonders die Buben begeisterte. Zum Abschluss des Kindertags waren eine deftige Brotzeit, das Spielen im Heu und Stroh angesagt.
Der Betrieb Sporer bewirtschaftet 30 ha Grünland und 157 ha Ackerland. Davon entfallen 40 ha auf Silomais, 18 ha auf Raps, 17 ha auf Zuckerrüben, 25 ha auf Wintergerste und die restliche Fläche auf Weizen. Die 75 Milchkühe geben derzeit im Jahresschnitt 7780 kg Milch, von den seitens der Tierschützer viel kritisierten „Turbokühen“ kann hier also keine Rede sein. Vor zwei Jahren wurde ein Kälberstall für die Nachzucht gebaut, der nach modernsten Tierwohlkritierien geplant wurde, wie Michael Alois Sporer betont. Außerdem ist die Familie Sporer gemeinsam mit weiteren 16 Landwirten an einer großen Biogasanlage mit einer Leistung von einem Megawatt beteiligt.
„Eine Kuh frisst Gras, das weiß jedes Kind“, hieß es auf einem Plakat, das der Dillinger BBV zum Kindertag mitgebracht hatte. Bis zu 70 kg Gras finden täglich Platz in den Mägen der Kuh. Besonders junges Gras sei ein „echter Eiweiß-Booster“. Das ist wichtig, weil die Kuh in ihrem Körper das Eiweiß in Milch umwandelt. Und je mehr Gras eine Kuh zu fressen bekommt, desto weniger muss sie der Landwirt mit Getreide oder Soja füttern. „Gras – ein echtes Powerfood für Kühe. Und das wird vom Bauern selbst angebaut. Ohne große Handels- und Transportwege.“

Text und Fotos: Michael Ammich

Zum
Zum "Kindertag auf Bauernhöfen" begrüßten Birgit und Michael Sporer (2. u. 3. v. li.) und Seniorchefin Angela Sporer (2. v. re.) zwei Dutzend Mädchen und Buben mit ihren Erzieherinnen aus dem Lauinger Kindergarten St. Georg auf ihrem Milchbetrieb.
Mit einem Plakat machte der Dillinger BBV-Kreisverband auf die Bedeutung von Gras als Eiweißfutter in der Milchproduktion aufmerksam. Von links: Bürgermeisterin Katja Müller, Vizekreisbäuerin Gabi Schmid, Ortsobmann Andreas Kugler, Kreisbäuerin Annett Jung, BBV-Kreisgeschäftsführer Eugen Bayer und Ortsbäuerin Angelika Hanel
Mit einem Plakat machte der Dillinger BBV-Kreisverband auf die Bedeutung von Gras als Eiweißfutter in der Milchproduktion aufmerksam. Von links: Bürgermeisterin Katja Müller, Vizekreisbäuerin Gabi Schmid, Ortsobmann Andreas Kugler, Kreisbäuerin Annett Jung, BBV-Kreisgeschäftsführer Eugen Bayer und Ortsbäuerin Angelika Hanel

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